Geschichte

Geschichtliches über die Ballonfahrt:
Ein Versuchsballon mit tierischer Besatzung Die Menschheit lernt fliegen

Den Gebrüdern Joseph und Étienne de Mongolfier aus Annonay in der Nähe des Rhônetales/Frankreich - der Vater führte dort erfolgreich eine Papierfabrik - gelang es am 04. Juni 1783 als erste einen aus Taft und leichten Stoffen gefertigten Hohlkörper mit einem Gas, leichter als Luft, vor der Öffentlichkeit von der Erde gen Himmel erheben zu lassen.

Wenige Monate später, am 19. September 1783, bestätigten sie das Experiment, indem sie in einem Käfig einen Hahn, einen Hammel und eine Ente unter einer großen Montgolfière vor den Augen Ludwigs des 16. und Marie Antoinette auf eine 8 minütige Reise schickten, die auch alle bis auf eine kleine Flügelblessur des Hahnes gut überstanden.

In der Zwischenzeit war ein heißer Wettkampf zwischen den Mongolfier-brüdern und Professor Charles entbrannt, der statt mit heißer Luft mit dem ihm von der Universität in Paris bekannten Wasserstoffgas arbeitete.

Am 21. November 1783 war es endlich so weit und der Wettkampf, zumindest was die Zeit betrifft, zugunsten der Montgolfière entschieden: Zwei Adelige, Pilatre de Rozière und der Marquis Francois-Laurent d’Arlandes wurden ausgewählt, die ersten Luftnavigatoren der mit dem Namen Reveillon benannten Montgolfière zu sein. Die Fahrt über Paris dauerte 25 Minuten und endete ohne Schaden neben einer Mühle in Croulebarbe.

Nur 10 Tage später, am 1. Dezember 1783, erhebt sich vor dem Pariser Schloß unter dem enthusiastischen Jubel von 300.000 Menschen und militärischen Ehrungen durch die versammelten Soldaten und Offiziere Professor Charles und sein Mechaniker Noël Robert in ihrem in drei Tagen gefüllten riesigen Gasballon lautlos in die Luft; ihre Rückkehr nach Paris war ein einziger Triumphzug.

Mit diesen beiden gleich bedeutungsvollen Ereignissen, dem Aufstieg von Étienne de Mongolfier als auch dem von Professor Charles wurde das erste Kapitel der Luftfahrtgeschichte geschrieben. Bereits zu dem damaligen Zeitpunkt war man sich wohl der Größe dieser Vorkommnisse bewußt, doch ahnte wohl kaum jemand, daß dies der Anfang der tatsächlich größten technischen Entwicklung war, welche die Menschheit bisher erlebt hat.

Technisches Know-How:

Der Aufbau eines Heissluftballons unterteilt sich in drei wesentliche Teile:

Der Krob (Basket):
Er stellt nicht nur den Bereich in dem sich die Passagiere befinden dar, sondern beinhaltet auch die Propanflaschen, technisches Gerät (Transponder, Funkgeräte, GPS, usw.) und stellt das Trägersystem für den Brenner dar (Burner System). Es gibt viele verschiedene Bauarten von Körben, die je nach Größe und Ausführung zwischen einer und zwölf Personen Platz bieten. Das Material aus dem die Körbe gefertigt werden sind - so wie bei normalen Körben auch - Weidenäste. Diese werden nach ihrer Aushärtung mit speziellen Lacken bearbeitet um ihnen größere Rubustheit zu verleihen.

Der Brenner (Burner System):
Jeder Ballon, der die Eigenschaft besitzt fahren zu können, erreicht dies durch die unterschiedliche Dichte zweier Gase. Das in der Hülle befindliche Gas hat eine geringere spezifische Dichte als das umgebende Gas. Ein Heissluftballon erreicht diesen Dichteunterschied durch das erwärmen, der in der Hülle befindlichen Luft. Um die Luft erwärmen zu können, bedarf es einer Wärmequelle und diese ist der sog. Brenner (Burner System). Die Funktionsweise des Brenners entspricht dem Prinzip eines Bunsenbrenners. Als Brennstoff dient dem Brenner das im Krob befindliche Propangas. Die typische Temperatur der Flamme liegt zwischen 800° und 1600° (abhängig davon, ob die Verbrennung sauerstoffarm oder -reich ist und wie leistungsstark das Gesamtsystem ist).

Die Hülle ( Envelope):
Sie ist mit einem Volumen von 1000m³ bis 12000m³, einer Fläche von 100m² bis 1200m² und einem Gewicht von 50kg bis 450kg der größte Bestandteil. In ihr befindet sich während einer Ballonfahrt “reine” Luft. Der einzige Unterschied zur umgebenden Luft, ist die geringere spezifische Dichte. Die Hülle besteht aus verschiedenen textilen Spezialstoffen und wird in ihrer Gesamtheit aus vielen Einzelteilen zusammengenäht. Die Verbindung zum Korb wird über mehrere Stahlseile hergestellt. (ein Stahlseil hat eine Tragkraft >1000kg).Das “Scoop” (”Skirt”) und das “Nomex” bestehten aus feuerfestem Stoff. Dieser Teil der Hülle erfährt die höhste Temperatur, da sich die Brennerflamme nur in einem Abstand von ca. 2m befindet. Der Teil vom “Nomex” bis zum letzten Drittel der Hülle wird aus sog. Ballonseide gefertigt. Diese Ballonseide ist aus sehr feinmaschigem und fast luftundurchlässigen Material hergestellt. Der letzte Teil der Hülle besteht (bei neueren Modellen) nicht mehr aus herkömmlicher Ballonseide, sondern aus “Hyperlast”. Dieses spezielle Material ist temperaturwiderstandfähiger, dichter und zerreissfester als Ballonseide (wiegt aber auch mehr, weshalb nicht der gesamte Ballon aus “Hyperlast” besteht).

Der Treibstoff für die Ballonfahrt - PROPAN:
PropanPropan ( C3H8 ) erhält man bei der Förderung von Erdöl und Erdgas sowie bei der Rohölverarbeitung in Raffinerien.Umgangssprachlich wird diese Kohlenwasserstoffverbindung auch Flüssiggas genannt, da es sich im Gegensatz zu den meisten anderen technischen Gasen bei normalen Umgebungstemperaturen schon unter relativ geringen Drücken verflüssigen läßt und dabei sein spezifisches Volumen stark verringert, nämlich auf ein Zweihundertsechzigstel seines Ursprungvolumens.Dieses ermöglicht eine wirtschaftliche Lagerung in Behältern.